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Brandenburger Tor. Dieses Foto beruht auf einem Bild von Ralf Roletschek.

10.11.2009
Von: FranzG
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Hotel Adlon

Vor dem Olympiastadion in Berlin befand (und befindet sich immer noch) ein für damalige Verhältnisse gigantischer Parkplatz, fast immer völlig leer, ausser wenn sonntags Fussball gespielt wurde. Daher staunte ich nicht schlecht, als dort eines Tages (1955) das Brandenburger Tor stand. Das musste ich sehen! Gleich nach der Schule fuhr ich hin. Sie hatten aus Latten und Pappe und Gips allen Ernstes eine Attrappe des Brandenburger Tors aufgebaut, in Originalgrösse, mit einer Gips-Quadriga oben drauf.

Daneben entstand ein Haus mit der Aufschrift "Hotel Adlon". Erstaunlicherweise besass dieses Hotel lediglich vorn und seitlich eine täuschend echte Fassade, komplett mit Glastür und Lobby. Der Rest existierte nicht oder war perspektivisch auf Leinwand aufgemalt.

Das Rätsel löste sich, als dann die Scheinwerfer und die Kameras aufgebaut wurden. Sie drehten den Film "Hotel Adlon" (Drehbuch: Emil Burri und Johannes Mario Simmel), der in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und der Weimarer Republik spielte. Wegen der Teilung Berlins konnten sie nicht an die Originalschauplätze gehen.

Als ich dann den Film im Kino sah, fand ich das ungeheuer aufregend. Vor allem - huch - als Nadja Tiller, die böse Hoteldiebin, im Fahrstuhl ihren Nerzmantel fallen liess und man ihren nackten Rücken sah. Na sowas!

Aber am lustigsten fand ich, dass einmal hinter dem Brandenburger Tor ein VW Käfer, Baujahr 55, durch das Ambiente der Zwanziger Jahre fuhr. Ganz klein, harmlos und unbeirrt, auf der Suche nach einem Parkplatz. Der war seiner Zeit weit voraus.

Das Foto vom Brandenburger Tor beruht auf einem Bild von Ralf Roletschek

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